Der Anfang: Ein Kurzer Geschichtlicher Abriss

Die Geschichte von Affirmation ist die Geschichte eines Kampfes um Selbstanerkennung und Selbstwertgefühl. Es begann in den 10 bis 15 Jahren vor 1977. Während dieser Zeit trafen sich ab und zu viele Gruppen schwuler und lesbischer Mormonen, vor allem in Salt Lake City, Los Angeles und an der BYU. Diese Gruppen waren im allgemeinen nur schwule Männer, die sich heimlich trafen. Fast alle diese Gruppen existierten nur auf privater Ebene, die meisten davon gab es nur eine kurze Zeit lang. Die Zeit war nicht reif für eine dauerhafte Organisation. Nichtsdestoweniger versuchten es viele Menschen weiterhin in dem Bewußtsein, daß es einen großen Bedarf für eine Organisation der lesbischen und schwulen Mitglieder der Kirche gab, in der sie sich gegenseitig helfen konnten.

In der Zeit von Mitte 1977 bis Anfang 1978 fing eine Gruppe schwuler Mormonen an, sich sehr unauffällig an der BYU zu treffen. Ein Mitglied dieser Gruppe, Matthew Price, begeisterte sich sehr für die Idee einer landesweiten Organisation von schwulen HLTs und fing enthusiastisch an, dafür zu werben. Er organisierte eine Gruppe in Salt Lake City und stellte dann die Idee in Denver und Dallas vor, wo er weitere Gruppen gründete. Unter Matt’s Anleitung wurde eine Satzung für die Organisation erstellt, in der ihre Ziele und ihr Zweck dargelegt wurden. Ein Name wurde ausgesucht: »Affirmation-Gay Mormons United«.

Ende 1977 und Anfang 1978 hatte Affirmation zu kämpfen, um eine feste Grundlage zu schaffen. Die Organisation erhielt jedoch mächtigen Auftrieb, als Paul Mortensen einen Artikel über Affirmation las, der im Advocate, einer amerikanischen Schwulenzeitschrift, erschienen war. Begeistert von der Aussicht, eine Zweigstelle in Los Angeles aufzubauen, nahm Paul Kontakt mit Matt auf. Nach vielen Briefwechseln und Telefongesprächen wurde dann im Januar 1978 die Los Angeles-Gruppe ins Leben gerufen. Obwohl beim ersten Treffen nur sechs Menschen anwesend waren, stieg die Mitgliederzahl der Los Angeles-Ortsgruppe rasant an und sie wurde bald zur führenden Ortsgruppe von Affirmation. Durch ihren Einfluß tauchten bald Ortsgruppen in vielen Städten im ganzen Land auf, und gegen Ende des Jahres wurde ein Netzwerk aufgebaut, um eine Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Zweigstellen zu ermöglichen.

Das Jahr 1979 stellte ein Jahr bedeutenden Fortschritts für Affirmation und schwule bzw. lesbische HLTs dar. Es war das Jahr, in dem sich Affirmation entschloß, sein Bestehen öffentlich zu machen. Im Juni jenen Jahres nahmen schwule bzw. lesbische Mormonen zum ersten Mal als solche an einer schwulen und lesbischen Demonstration in Los Angeles teil. Im September beteiligten sich 14 Mitglieder am "Marsch auf Washington für schwule und lesbische Rechte." Jetzt gab es kein Zurück mehr. Es war das erste Mal, daß schwullesbische Mormonen Erwähnung in den landesweiten Medien fanden, und das ermutigte uns und ließ uns unsere Ziele höher stecken. Im August und September 1979 entstanden Ortsgruppen in San Francisco und Washington D.C. In San Francisco legten die Mitglieder mit der gleichen Energie los wie in Los Angeles und sie wurden bald zu einem Motor für die ganze landesweite Organisation. Damit war ein Traum verwirklicht worden. Affirmation-Gruppen trafen sich im ganzen Land.

Eines der großartigsten Ereignisse des Jahres 1979, ja der ganzen Geschichte von Affirmation, fand am 8. und 9. Dezember in Los Angeles statt. Delegierte der Ortsgruppen von Los Angeles, Salt Lake City, San Francisco und Washington D.C. trafen sich, um für die Zukunft zu planen. Die Anwesenden begannen das zweitägige Treffen, indem sie inständig beteten und den Herrn um Führung baten. Der Herr antwortete im Überfluß; es steht außer Frage, daß der Geist der Offenbarung den Ablauf lenkte. Der Name der Organisation wurde in »Affirmation - Gay and Lesbian Mormons« geändert. Eine allgemeine Satzung wurde für die Organisation geschrieben und angenommen. Zur gleichen Zeit wurde eine landesweite beigeordnete Organisation geschaffen, und ein general coordinator gewählt. Bei der Versammlung wurde auch ein landesweites Informationsblatt initiiert, das jetzt Affinity heißt.

Seitdem wurden viele Affirmation-Ortsgruppen aufgebaut. Es gibt seit 1979 durchgehend eine landesweite Organisation, die sich jedes Jahr zu einer Generalkonferenz trifft und drei- bis viermal pro Jahr Führerschaftsversammlungen abhält. Während der Jahre haben viele engagierte Menschen viel für diese Organisation getan. Seit dem Anfang von Affirmation konnten Tausende von Menschen erreicht und ihnen geholfen werden. So viele konnten aus Verzweiflung und Isolation befreit werden und zumindest ihr Selbstwertgefühl festigen. Der Herr hat sowohl Affirmation als auch diejenigen gesegnet, die die Organisation ausfindig gemacht haben.

Aus: Paul Mortensen’s Affirmation: Der Anfang (Ein geschichtlicher Abriß), 1987, bearbeitet.

























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